02.05.2012, Text: ecoLife/ZKB
Der nachhaltige Check
Es gibt immer mehr Möglichkeiten, das Geld in nachhaltige Anlagen zu investieren. Doch wie nachhaltig sind konventionelle Anlagefonds? Die Zürcher Kantonalbank ZKB hat einen Indikator entwickelt, mit dem das Portfolio entsprechend überprüft werden kann.
Nachhaltige Anlagen haben in den letzten Jahren eine beschleunigte Entwicklung erfahren. Sowohl die Anzahl der Anlagemöglichkeiten wie auch das Volumen hat rasant zugenommen. Dennoch haben die Schweizerinnen und Schweizer den weitaus grössten Teil der Anlagen in konventionellen Anlagelösungen investiert. So sind etwa bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) nur knapp vier Prozent nachhaltig angelegt.
Wie aber sind die konventionellen Fonds bezüglich Nachhaltigkeit zu beurteilen? Mit dem Nachhaltigkeitsindikator zeigt die ZKB erstmals transparent und auf einfache Weise, wie das Fondsuniversum bezüglich Nachhaltigkeit bewertet ist.
Einfacher Ansatz Der Nachhaltigkeitsindikator ist eine vereinfachte Analyse, die pro Dimension auf wenigen zentralen Kriterien beruht – im Gegensatz zur ausführlichen Analyse, welche die ZKB für die explizit nachhaltigen Anlagen durchführt. Mit Daten aus den drei Dimensionen Umwelt (E), Gesellschaft (S) und Corporate Governance (G), den so genannten ESG-Kriterien, wird der Grad der Nachhaltigkeit von Anlagefonds ermittelt. Dazu wird der Nachhaltigkeitsindikator jeder bewerteten Position (Unternehmen, Schuldner) im Fonds mit dem jeweiligen Anteil am Fonds multipliziert. Die Einteilung erfolgt von der höchsten Stufe A bis zur niedrigsten G. Die verwendeten Daten stammen von verschiedenen unabhängigen Organisationen, beispielsweise Governance Metrics International oder RepRisk. Um die Kategorie A zu erreichen, muss ein Fonds zusätzlich über einen Nachhaltigkeitsansatz verfügen und Ausschlusskriterien anwenden.
Wichtige Unterschiede Mit dieser Methodik können über 500 Aktien- und Obligationenfonds sowie gemischte Fonds bewertet werden. Nicht bewertbar sind Kategorien wie etwa Rohstoff-, Hedge- oder Real-Estate-Fonds. Bei den Ergebnissen zeigen sich laut ZKB Unterschiede innerhalb von Regionen und Sektoren: So liegen etwa Fonds mit Anlagefokus Europa eher vor Asien-Pazifik- oder Schwellenländer-Fonds. Ein Fonds, der in Unternehmen aus kritischeren, umweltbelastenderen Branchen investiert, z.B. ein Ressourcenfonds, erreicht einen eher tieferen Nachhaltigkeitsindikator als etwa ein Fonds für den Anlagesektor Gesundheit.
Die Kundinnen und Kunden haben mit dem Nachhaltigkeitsindikator eine neue Ebene für ihren Anlageentscheid und können ihr Portfolio unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaspekte Klimawandel, Reputationsrisiken und Corporate Governance positionieren.
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