14.05.2012, zvg
Bus alpin baut aus
(Alp Flix)
Der Verein Bus alpin nahm an seiner Generalversammlung drei neue Mitgliedsregionen auf: Bergün GR, Huttwil BE und Jura vaudois VD. Damit ist Bus alpin bereits in zehn Schweizer Bergregionen aktiv. An der öffentlichen Tagung im Hotel Kreuz in Bern diskutierten die Bus alpin-Mitgliedern mit Vertretern von Schweiz Tourismus und Netzwerk Schweizer Pärke die Erfolgsfaktoren für die kombinierte Vermarktung von ÖV und Tourismus.
Die touristischen ÖV-Angebote von Bus alpin profitieren nicht von öffentlichen Abgeltungen, Defizite müssen von den Anbietern in den Regionen selber getragen werden. Der Bus alpin-Präsident Thomas Egger hielt einleitend fest: „Es gibt keinen touristischen ÖV in Randregionen ohne eine perfekte Vermarktung.“ Samuel Zuberbühler, Produktmanager Sommer von Schweiz Tourismus machte klar, dass die ausgezeichnete Erreichbarkeit ein starker Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Tourismusdestinationen sei. Was wären atemberaubende Landschaften ohne die Möglichkeit diese zu erreichen und zu erleben, so Zuberbühler.
Naturtourismus auf funktionierenden ÖV angewiesen Der Bus alpin ist bereits in sechs Schweizer Naturpärken unterwegs. Der naturnahe Tourismus und die Erschliessung mit dem ÖV gehen Hand in Hand, wie Andreas Weissen, Geschäftsleiter des Netzwerkes Schweizer Pärke ausführte. „Die Parkregionen versprechen sich vom Bundeslabel «Schweizer Pärke» eine Steig erung der Bekanntheit und damit zusätzliche Besucherinnen und Besucher. Nur wenn es gelingt, den zusätzlichen Besucherstrom mit Bahn und Bus oder eigener Muskelkraft zu bewältigen, werden die Pärke ihre hohe Erholungsqualität erhalten“.
ÖV verbessern in drei Regionen Stefan Steiner, Geschäftsleiter von Bergün Filisur Tourismus, sieht beim Bus von Bergün nach Tuors Chants Ausbaupotential. Das Busangebot wurde bereits vor Jahren lanciert aber nie systematisch ausgewertet und im Betrieb optimiert. Dies ändert sich nun mit Bus alpin. Verbesserungen beim Fahrplan oder in der Vermarktung sollen langfristig auch die Ausweitung des Betriebes möglich machen. Walter Rohrbach, Geschäftsleiter von Pro Regio Huttwil stellte die langfristigen Ideen zum Ahorn-Wanderbus vor. Dieser wurde letztes Jahr versuchsweise eingeführt. Mit Bus alpin erhält der Betrieb eine stabile Grundlage. Langfristig sollen im Napfgebiet bei guter Entwicklung der Nachfrage vermehrt Wanderungen mit Anschluss an den ÖV möglich werden. Olivier Schär, Geschäftsführer des Parc naturel régional Jura vaudois, zeigte die Situation und Perspektiven des öffentlichen Verkehrs im Naturpark Jura vaudois auf. Untersucht werden im Rahmen der Bus alpin-Aktivitäten die Handlungsmöglichkeiten für Ausflugsziele, welche an touristischen Spitzentagen erheblich unter den Auswirkungen des motorisierten Individualverkehrs leiden.
Bsu alpin auch im Winter erfolgreich unterwegs Der Winter 2011/2012 war für Bus alpin der bisher erfolgreichste seit der Rekordsaison 2008/2009. Mit einem Rekordergebnis wartete der «Schneebus» im Naturpark Gantrisch auf. Dieser wurde von insgesamt 2'850 Personen benutzt, was einer Verbesserung von über zehn Prozent gegenüber dem bisherigen Spitzenergebnis aus der Saison 2005/2006 entspricht. Im Regionalpark Chasseral wurde mit dem «Snow-Bus» von Neuenburg nach Les Bugnenets das zweitbeste Resultat bisher erzielt. Der Busdienst wurde von rund 1'500 Personen beansprucht. In der Region Moosalp wurde mit dem Raupenfahrzeug «Alpenschnaagger» die Ve rbindung von der Moosalp an die PostAuto-Kurse in Bürchen hergestellt. Das Angebot wurde rege benutzt. Die weiteren Bus alpin-Regionen unterhalten ausschliesslich Busbetriebe während der Sommersaison.
www.busalpin.ch