02.05.2012, Nadia Fernandez
Putzengel schlägt Putzteufel
(Keystone)
Der alljährliche Frühlingsputz steht wieder an. Zum Glück ist es längst kein Widerspruch mehr, gründlich und sauber zu putzen, ohne dabei die Chemiekeule zu schwingen.
Fenster auf und durchlüften reicht oft nicht, wenns um den Frühlingsputz geht. Es braucht auch einige Wasch- und Reinigungsmittel für Gröberes. Das Problem dabei: Jedes Jahr
gelangen dadurch in der Schweiz rund 150’000 Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel ins Abwasser, wie die Umweltberatungsstelle Öko-Forum in Luzern berechnet hat. Handelt es sich dabei um Mittel, die biologisch nicht oder nur schwer abbaubar sind, dann können sie die Natur und unser Grundwasser belasten.
Bessere Mittel Wer lieber Putzengel statt Putzteufel sein möchte, sucht nach sanfteren Alternativen. Und findet diese inzwischen nicht mehr nur im Reformhaus und Bioladen, sondern auch beim Grossverteiler. Bei der Migros zum Beispiel unter dem Markenname Migros Plus oder bei Coop als Oecoplan.
Die neuesten ökologischen Produkte enthalten natürliche Bestandteile, die chemisch weiterentwickelt und verbessert wurden. Dadurch sind sie effizienter geworden, aber immer noch biologisch abbaubar – im Gegensatz zu den in herkömmlichen Putzmitteln enthaltenen fettlösenden Tensiden. Diese können, wie Desinfektions- und Konservierungsmittel, die für den Zersetzungsvorgang wichtigen Bakterien schädigen. Aber auch weitere Inhaltsstoffe von konventionellen Putzmitteln sind nicht unbedenklich: Phosphate führen zu einer Überdüngung der Gewässer und somit zu einem verstärkten Algenwachstum. Synthetische Duftstoffe stören das Verhalten und die Fortpflanzung von Wassertieren. Auch Farbstoffe belasten die Gewässer auf unnötige Weise.
An die Arbeit Dabei gibt es Alternativen: Wer möglichst umweltschonend putzen möchte, findet in Mikrofasertüchern unentbehrliche Verbündete. Ohne Zugabe von Reinigungsmitteln, nur mit ein wenig Wasser, entwickeln sie ihre volle Wirkung. Fensterscheiben bringt man mit einem Mikrofaser- oder einem Baumwolltuch und etwas Spritwasser (1 Esslöffel Sprit auf 1 Liter Wasser) wieder zum Glänzen. Auch Fettflecken auf den Scheiben lassen sich mit Spritwasser schnell und gut entfernen.
Kalkrückstände bringt man mit Essig oder Zitronensäure zum Verschwinden. Backpulver ist ebenfalls ein gutes Hilfsmittel im Kampf gegen Kalk und sogar gegen Schimmel zwischen den Plättli in Küche und Bad. Einfach auf eine alte Zahnbürste geben und rubbeln. Sogar Fett lässt sich mit Backpulver oder Natriumcarbonat entfernen: das Pulver in etwas Wasser auflösen und anschliessend mit einem Schwamm die Schmutzstelle einreiben.
Und Flecken auf Teppichen verschwinden mit ein paar Tropfen Feinwaschmittel und wenig Wasser. Wenn Sie Wert auf einen guten Duft im Badezimmer legen, dann können Sie einige Tropfen ätherisches Öl auf einen neutralen Tonstein geben, anstatt zu WC-Duftstein und Raumsprays zu greifen.
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Allesreiniger zum Selbermachen Mischen Sie sich einen umweltschonenden Allesreiniger mit persönlicher Duftnote selbst. Sie brauchen:
8 dl Wasser
1 EL Soda (Natriumcarbonat)
1 TL Zitronensäure
4 EL flüssige Schmierseife
Wasser aufkochen, darin Soda auflösen. Nach 5 Minuten Zitronensäure beigeben und rühren. Nun Schmierseife einrühren. Nach Lust und Laune einige Tropfen eines natürlichen ätherischen Öls beigeben (z.B. Lavendel oder Orangen).
Quelle: Öko-Forum der Stadt Luzern;
www.oeko-forum.ch